Harte Landung gegen Überflieger

Quelle: WAZ Lokalsport 16.09.2019

Auch SG-Rechtsaußen Julia Eckhardt (vorne) sah kaum einmal Land gegen die aggressive Dortmunder Deckung. Lediglich einen Treffer brachte die Wittenerin zustande.                                              <b>Barbara Zabka</b>

AUCH SG-RECHTSAUSSEN JULIA ECKHARDT (VORNE) SAH KAUM EINMAL LAND GEGEN DIE AGGRESSIVE DORTMUNDER DECKUNG. LEDIGLICH EINEN TREFFER BRACHTE DIE WITTENERIN ZUSTANDE. BARBARA ZABKA

Oliver Schinkewitz

Witten. Knapp zehn Minuten lang war es ein interessantes, durchaus offenes Spiel zwischen der SG ETSV Ruhrtal und dem ASC 09 Dortmund. Da hielten die Wittenerinnen noch gut mit gegen eines der Topteams der Handball-Oberliga. Die sportliche Distanz zwischen diesen beiden Mannschaften jedoch wurde im Spielverlauf immer deutlicher – am Ende kassierten die Gastgeberinnen eine glatte 21:32 (9:17)-Niederlage, verhinderten durch eine passable Schlussphase sogar noch ein durchaus mögliches Debakel.

„Diese Niederlage macht mich nicht nervös. Mir war vorher schon bewusst, dass wir bei weitem nicht die Qualität haben wie der ASC Dortmund“, gab sich SG-Trainer Daniel Buff keinerlei Illusionen hin. Dass es vor einigen Wochen in einem Testspiel zwischen diesen beiden Teams wesentlich knapper zugegangen war, konnte kein Maßstab sein – auch dessen war sich Buff bewusst. Allerdings gab er auch zu verstehen, dass die Leistung vom Sonntag nicht wirklich das war, was er von seinen Schützlingen erwartet.

„Leider haben wir erst in den letzten zehn, 15 Minuten das konsequent gespielt, was wir gut können“, so der 38-Jährige. Da suchte die SG ETSV Ruhrtal gegen den Titelaspiranten immer wieder den Weg an den Kreis, brachte Jessica Hackerts oder Annika Albus ein ums andere Mal gut in Position und kam ergebnistechnisch zumindest weg von einer ganz derben Klatsche. Die sich durchaus schon angedeutet hatte, als die SG-Damen nach einer ganz schwachen Phase zu Beginn des zweiten Abschnitts mit 10:23 (40.) in Rückstand gerieten. Daniel Buff reagierte prompt, nahm schnell seine zweite Auszeit.

„Unsere Abschlüsse waren einfach viel zu schwach“, kritisierte der Coach seine Offensivspielerinnen. Vor allem der Rückraum brachte gegen die aggressive ASC-Deckung nicht viel zusammen. Neuzugang Norina Migat erzielte kein einziges Feldtor, auch Verena Löffler, Jennifer Böhmer und Ana Karabatic waren nicht in der Lage, die Dortmunderinnen in Bedrängnis zu bringen. Auf der anderen Seite demonstrierten die Gäste reihenweise, wie es gehen sollte. Schnelles Spiel nach vorne, zentimetergenaue, scharfe Pässe – und dann der Zug zum Tor mit einer gehörigen Portion Dynamik. Für die SG war das nicht zu verteidigen.

Erst als die Dortmunderinnen – mit einer herausragenden Leonie Schmitz im Rückraum – ein wenig den Fuß vom Gas nahmen und die SG endlich zunehmend den erfolgversprechenden Weg über den Kreis wählte, wurde es erträglicher. Ein Beinbruch sollte diese zu erwartende Niederlage aber nicht sein – „wir müssen zusehen, dass wir gegen andere Mannschaften unsere Punkte holen“, so Daniel Buffs Fazit.

SG: Mühlhaus, Schabacker; Lewe (1), Böhmer (1), Migat (3/3), Hackerts (4), Eckardt (1), Herrmann (5/4), Löffler (2), Albus (2), Karabatic (1), Prior (1), Ammon.