Kreisliga Reserve mit Arbeitssieg gegen Hörde

SG ETSV Witten 2 : DJK Westfalia Hörde (22:19)


Sebastian Degel, Thomas Neufelder, Jan-Sören Müller, Thorsten Winter, Jörg Jungermann (1), Sven Peldszus (1), Jan-Christoph Gies (4), Lucas Zuppa (8), Tobias Andersen, Tobias Schnur (1), Jan Luca Winkelhaus (2), Toufik Berber, Christian Radtke (5), Arne Müller


Bislang sah es bei den Wittenern auswärts besser aus als daheim. Beide Spiele in Dortmunder Hallen konnten gewonnen werden und so wollte man natürlich auch vor heimischem Publikum endlich in den Genuss kommen. Der Kader an diesem Tag war außerordentlich gut bestückt, sodass das Trainerteam sogar überlegen musste, welche 14 Spieler denn nun auf das Parkett sollen. Die Motivation innerhalb der Mannschaft war ebenfalls enorm hoch – die erste Herrenmannschaft hatte im Vorfeld ihr Spiel gegen die Erstvertretung des eigenen Gegners bereits hoch für sich entscheiden können – und so startete man in eine angemessene Aufwärmphase. An dieser Stelle gehen allerdings schnelle und gute Genesungswünsche an Nils Jungkeim, auf den die SG verletzungsbedingt vier bis sechs Wochen verzichten muss.
Die Partie startete wie erwartet: Die SG versuchte den Ball schnell zu machen und gelang anfangs dadurch zu einfachen Toren. Hörde allerdings hatte für dieses Spiel andere Pläne – wahrscheinlich auch dem Altersdurchschnitt der Mannschaft geschuldet – verschleppte das Tempo und versuchte so die Wittener Akteure einzulullen. Die kurzzeitige Führung von 3:1 verpuffte relativ zügig wieder, da man vorne viel zu hastig und unüberlegt spielte und hinten keine nötige Aggressivität an den Tag legte. Aus diesen Gründen durfte man sich nicht wundern, als die Gäste nach 6 Minuten ausglichen und nach zwei weiteren Minuten die Führung übernahmen. Das Spiel blieb daraufhin bis zur 12. Minute torlos, nahm allerdings an Härte deutlich zu. Nach 17 Minuten und einem Spielstand von 5:7 nahm der Trainer von Hörde sein erstes Timeout. Diese Zeit nutzte das Trainerteam der SG, um eine Änderung der Spielweise vorzunehmen. Während man bislang versuchte aus dem aufgebauten Angriff heraus zu agieren, sollte nun der Ball schnell nach vorne getragen werden, denn der Gegner zeigte nach dieser kurzen Spielzeit bereits ein mangelhaftes Rückzugverhalten und somit große Lücken für eine zweite Welle. Ganz umsetzen konnte die Mannschaft dies allerdings nicht und so hieß es nach 30 Minuten etwas glücklich 10:10 unentschieden, denn Schlussmann Thomas Neufelder konnte der Westfalia aus Hörde, gerade in der Schlussphase, einige Bälle abnehmen und hielt seine Truppe somit im Spiel.
Nach Wiederanpfiff bot sich das gleiche Bild, wie schon zu Beginn der ersten Halbzeit. Den ersten Treffer markierten die Dortmunder, bevor die Kreisliga Reserve mit drei schnellen Toren in Folge erstmals die Führung zurück eroberte. Die darauffolgende Antwort der Gäste war eine härtere Gangart, mit der die Wittener nicht mehr zurechtkamen. Allerdings ließ man Hörde nicht wieder vorbeiziehen, als es nach 39 Minuten 14:14 stand, sondern konnte diesmal den Lauf unterbrechen und auf 15:14 stellen. Nach 47 Minuten und einem Tor des Top-Torschützen Lucas Zuppa (8) und einem Stand von 19:16 schienen die Weichen erneut auf Sieg zu stehen. Jan Gies konnte sogar den kurzzeitig höchsten Vorsprung von 4 Treffern markieren (5120:16). Doch durch Provokationen der Hörder Akteure, die von den Unparteiischen leider nicht erkannt wurden, ließen sich die Wittener zu Aktionen hinreißen, die unnötige Zeitstrafen nach sich zogen. Dieses gipfelte, nach einer ungeschickten und überflüssigen Abwehrleistung, in ein zwischenzeitliches 4 gegen 6 Unterzahlspiel und man sah die Führung langsam dahinschmelzen. Nach 53 Minuten hatten sich die Gäste wieder bis auf einen Zähler herangeschoben, doch die Wittener behielten diesmal die Nerven. Ersatzmann Sebastian Degel, der für Thomas Neufelder in der zweiten Halbzeit gekommen war, konnte den ein oder anderen wichtigen Ball entschärfen, die Abwehr stand kompakter und so konnten alle Anwesenden endlich aufatmen, als Luca Winkelhaus 20 Sekunden vor dem Ende mit dem 22:19 für die endgültige Erlösung sorgte.
Die Erleichterung nach dem Abpfiff war spürbar in der Halle. Die spielerische Leistung an diesem Tag war absolut nicht gut, der kämpferische Aspekt allerdings umso stärker herauszuheben. Die Problematik, dass man über keinen kompletten, geschulten Rückraum verfügt dürfte das Trainerteam allerdings weiterhin beschäftigen. Allerdings bietet ein Blick auf die bisherige Ausbeute noch keinen Grund zur Sorge, denn mit 6:2 Punkten steht man in absoluter Schlagdistanz zur Spitze, an welcher derweil TV Asseln mit 7:1 Punkten steht.
Man darf also gespannt sein, wie sich die Kreisliga Reserve an kommenden Wochenende, vor heimischer Kulisse (07.10. um 13:00 Uhr in der Jahnhalle), gegen den Tabellenführer schlägt. Zeit für eine intensive Vorbereitung bleibt den SG-Herren nicht, denn durch den Feiertag am Mittwoch bleibt nur die Trainingseinheit am Freitag, um weitere Mängel zu beseitigen und sich auf den Gegner einzustellen.