Lohrmann-Sieben ist jetzt Letzter

Spielbericht 1.Damen
Quelle Waz/ Oliver Schinkewitz/28.10.18

Beim HSV Minden-Nord bezieht Aufsteiger SG ETSV Ruhrtal die nächste deutliche Niederlage. Auf der Rückfahrt streikt der Kleinbus.

HSV Minden-Nord – SG ETSV Ruhrtal 34:24

SG: Lichte, Schabacker; Eckardt (4), Schmidt (3), Böhmer (1), Richter, V. Löffler, Herrmann (4/1), A. Löffler, Lünemann (1), Schürmann, Denda (9), Ascherfeld (2).

Am sechsten Spieltag der Oberliga sind die Handballerinnen der SG ETSV Ruhrtal auf den letzten Tabellenplatz abgestürzt. Die mit einigen Ersatzspielerinnen angetretenen Ruhrstädterinnen bezogen beim HSV Minden-Nord eine deftige 24:34 (10:14)-Niederlage und bleiben weiterhin sieglos. Lediglich in der ersten halben Stunde wussten die SG-Damen noch mitzuhalten, verloren dann aber zusehends den Anschluss.
„Es hätte am Ende gar nicht so deutlich werden müssen“, ließ Trainer Michael Lohrmann wissen. Doch mit zunehmender Spieldauer erlaubten sich die SG-Akteurinnen zu viele einfache Fehler im Aufbau, so dass Minden das Resultat problemlos durch Gegenstoßtreffer in die Höhe schrauben konnte. „Wir haben auch viel zu viele Tore durch die Mitte kassiert“, so Lohrmann. Das Prunkstück der vorigen Saison, die SG-Mittelachse in der Defensive, hat noch nicht wieder die gewohnte Stabilität. Was am Samstag in Ostwestfalen auch der Tatsache geschuldet war, dass man u. a. auf Maike Behler verzichten musste. Mindens Josephine Kelle nutzte clever ihre Freiräume, war mit zehn Treffern beste Schützin.
Die SG ETSV Ruhrtal ging zwar durch die einmal mehr herausragende Jessica Denda (neun Treffer) mit 1:0 in Führung – das allerdings sollte das letzte Mal gewesen sein, dass die Wittenerinnen vorne lagen. Doch obwohl Minden-Nord schnell auf 4:1 stellte, blieb die Lohrmann-Sieben dran, verkürzte auf 6:7 (17.) und 7:8 (18.). Zwei Minuten vor dem Pausenpfiff brachte Rechtsaußen Julia Eckardt ihr Team auf 10:12 heran. „Aber dann gab’s eine fragwürdige Zeitstrafe gegen Jenny Böhmer – und wir haben danach noch zwei Tore gefangen“, ärgerte sich der SG-Coach, der ohnehin nicht ganz einverstanden war mit der Leistung der Unparteiischen. „Wir haben bei deren Entscheidungen meiner Meinung nach zu oft den Kürzeren gezogen“, sah Lohrmann sein Team hier im Nachteil. Die SG erhielt drei Zeitstrafen, Minden gar keine. Andererseits: Die Wittenerinnen bekamen fünf Strafwürfe zugesprochen, Larissa Herrmann aber verwandelte lediglich einen davon.
„In der zweiten Hälfte haben wir es dann nicht mehr geschafft, Kontakt zu halten“, sah Lohrmann spätestens nach dem schnellen 11:18 (36.) die Felle für sein ersatzgeschwächtes Aufgebot davonschwimmen. „Die vier Spielerinnen aus unserer ,Zweiten’ haben ihre Sache aber sehr gut gemacht“, so der Coach. Unter anderem feierte auf Linksaußen Neuzugang Nina Schmidt (19) ihr Debüt für die SG. Die Studentin aus Niedersachsen warf drei Treffer, bot sich für weitere Einsätze an.
Die Rückreise zog sich für den Wittener Tross am späten Abend gewaltig in die Länge: Der Kleinbus hatte kurz vor der Autobahn eine Panne, musste abgeschleppt werden. „Nach zwei Stunden haben wir dann zwei Mietwagen bekommen, mit denen es nach Hause ging“, berichtete Lohrmann.