SG steht sich selbst im Weg


Quelle Waz/ Oliver Schinkewitz/4.11.18

Auch gegen die PSV Recklinghausen bleibt Aufsteiger SG ETSV Ruhrtal Witten sieglos. Die Offensive der Gastgeberinnen ist zu harmlos.

SG ETSV Ruhrtal – PSV Recklinghausen    15:18

SG: Mühlhaus, Schabacker; Herrmann (1), Böhmer (2), Richter, V. Löffler, Behler (5/4), Lünemann, Ammon (1), Ascherfeld (1), Jasinska, Eckardt (1), Denda (4), Prior.


Für den ersten Saisonsieg hat es auch am sieben Oberliga-Spieltag nicht gereicht – dabei waren die Handballerinnen der SG ETSV Ruhrtal ganz nah dran an einer Überraschung gegen den letztjährigen Drittligisten PSV Recklinghausen. Erst in der hektischen Schlussphase sicherten sich die Festspielstädterinnen den knappen 18:15 (9:6)-Erfolg.
Wittens Trainer Michael Lohrmann war nach dem Abpfiff hin- und hergerissen. Er musste sich überlegen, was nun gravierender war aus Sicht der Ruhrstädterinnen. Entweder die Vielzahl der unnötigen technischen Fehler, die es dem Gastgeber vor guter Kulisse in der Kreissporthalle immer wieder schwierig machten, die Partie eventuell doch noch zu ihren Gunsten umzudrehen. Oder aber der Ärger über die aus Lohrmanns Sicht oft seltsamen Entscheidungen des Unparteiischen-Gespanns Schürhoff/Steinebach. „Das war wirklich keine Glanzleistung von den beiden“, wetterte der SG-Coach, der eine Ungleichbehandlung der Kontrahenten beklagte. „Bei uns wurde so oft Zeitspiel abgepfiffen, bei Recklinghausen gar nicht“, war nur einer seiner Kritikpunkte.

Der erfahrene Übungsleiter wusste aber auch, dass die Wittenerinnen in erster Linie selbst dafür verantwortlich waren, trotz einer engagierten Leistung wieder leer ausgegangen zu sein. „Wir machen im Eins-gegen-eins die simpelsten Fehler. Das darf uns nicht passieren“, haderte Lohrmann mit der fehlenden Souveränität im SG-Angriff. Der ohnehin gegen die konsequente PSV-Defensive einen schweren Stand hatte – 15 Treffer in einem Oberliga-Heimspiel, das ist wirklich kein Ruhmesblatt.
Die Abwehr des Aufsteigers verrichtete hingegen einen guten Job, attackierte die flinken Recklinghäuserinnen früh, die sich viele Fehlwürfe aus dem aufgebauten Angriff leisteten. Dafür profierte die PSV von den Patzern der Gastgeberinnen – bei der 8:4-Führung des Teams von Trainer Dominik Schlechter nach 24 Minuten war Recklinghausen alleine fünfmal per Tempogegenstoß erfolgreich.
In Abschnitt zwei machten die Wittenerinnen den Rückstand wett, erarbeiteten sich nach dem Treffer von Larissa Herrmann ein nicht unverdientes 11:11 (40.) in einer insgesamt schwachen Viertliga-Partie. Bis zum 15:15 (54.) blieb das Revierduell offen, die SG-Anhänger durften sich Hoffnungen auf den ersten Sieg machen. Dann aber verwarf Laura Ascherfeld völlig frei, Jennifer Böhmer verdaddelte den Ball – flugs lag man mit 15:17 im Hintertreffen, weil vor allem PSV-Angreiferin Lara Janz (sieben Tore) jetzt einladende Lücken in Wittens Defensive fand.
Vor allem die schwache Bilanz aus dem Rückraum (nur Böhmer traf zweimal aus der Distanz) wird SG-Trainer Lohrmann wieder registriert haben. Gegen ein ambitioniertes Team wie die „Polizistinnen“ reicht es dann einfach nicht.