Eine „Mammutaufgabe“ für die SG ETSV

Quelle WAZ 28.05.2020

Handball Oberliga Damen. 19 statt 14 Mannschaften in ihrer Spielklasse drohen den Wittenerinnen – auch weil die Aufstiegsregelung für Trainer Daniel Buff nicht die richtige Entscheidung war

Patrick Radtke

Witten Es wird wohl schlicht eine „Mammutaufgabe“, sagt Daniel Buff, Trainer der Oberliga-Handballerinnen der SG ETSV Ruhrtal Witten und spricht damit die zu befürchtende Ligaeinteilung für die kommende Saison an. Durch den Saisonabbruch aufgrund des Coronavirus und die damit zusammenhängende veränderte Aufstiegsregelung sind für die Oberliga nämlich 19 statt wie bisher 14 Mannschaften gemeldet.

Zwar gibt es auch die Option, zwei Oberligen zu melden, dann würden aber nur neun beziehungsweise zehn Teams pro Staffel antreten. „Einhundertprozentig raus ist es noch nicht. Dann wären es sehr wenige Mannschaften, ansonsten aber sehr viele“, so Buff.SG ETSV-Trainer befürchtet großen Leistungsunterschied

„Das ist ein riesiger Sprung. Da muss man jedes Wochenende durchspielen, auch an Karneval zum Beispiel. Oder man spielt unter der Woche aber davon halte ich nichts, weil ja auch viele Mannschaften aus Ostwestfalen dabei sind“, sagt der Wittener Trainer, der sich auf der anderen Seite aber auch auf viele Derbys freut, etwa gegen Teutonia Riemke oder die HSG Schwerte-Westhofen.

Die getroffene Aufstiegsregelung hält Buff für fragwürdig. „Sie hätten einfach sagen können, dass maximal zwei aus der Verbandsliga aufsteigen. Nun steigt sogar der Tabellenfünfte auf“, so Buff, der einen zu großen Leistungsunterschied befürchtet. „Wir haben schon gegen Mannschaften, die um den Aufstieg in die dritte Liga gespielt haben, eine richtige Klatsche bekommen. Da wird es nächstes Jahr Ergebnisse hageln, da wird keine Mannschaft froh sein. Es ist kein schönes Gefühl, wenn man aus Ostwestfalen nach Hause fährt und mit 15 verloren hat“, so Buff.

Für seine Mannschaft hofft er auf eine baldige konkrete Benennung des Saisonstarts, so wie es zum Beispiel am Niederrhein bereits getan wurde (Saisonstart am 29. August, Saisonende am 8, Mai). wovor sich der Handballverband Westfalen aber noch scheut. „Da geht es um die Planung der Vorbereitung Wir treffen uns am Donnerstag zum ersten Mal wieder und machen ein Programm draußen unter Beachtung der Hygienevorschriften. Die Hallen sind ja auch noch geschlossen“, sagt Buff. An einen geregelten Ablauf kann so noch lange nicht gedacht werden.

Auch wegen der aufgeblasenen Liga, versucht die SG ETSV noch zwei Spielerinnen für sich zu gewinnen. „Da bin ich in Gesprächen. Sie kommen bald zum Training. Ich bin da positiv eingestellt aber noch kann ich nichts offizielles sagen. Wenn sie kommen, haben wir einen Kader von 17 Leuten, das brauchen wir auch für die Oberliga“, so der Coach. Das Ziel bleibt indes unverändert der Klassenerhalt, ganz gleich, wie viele Mannschaften sich nun auf dem Hallenboden darum streiten.

Läuft es optimal für die SG ETSV Ruhrtal Witten, soll der Weg sogar ein klein wenig weiter nach oben führen als in der abgelaufenen Spielzeit, nach der das Team mit 12:24 Punkten nach 18 Spielen auf dem zwölften von vierzehn Rängen landete. Wobei Buff einschränkt: „Man muss dazu sagen, dass wir noch ein Nachholspiel hatten und gegen die Teams der unteren Region noch gespielt hätten. Wenn man jetzt auf die Tabelle guckt, sind wir Drittletzter geworden. Aber sechs Punkte hätten wir mindestens noch geholt, dann wären wir um unteren Mittelfeld gelandet und damit besser gewesen, als in der Saison davor.“

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